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Energieversorgung auf der Rüsterschneise (alt)

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Seit Sommer 1997 wird auf dem Modellflugsportplatz Rüsterschneise mit Hilfe einer Solar- und einer Windkraftanlage Strom erzeugt, der für den Betrieb eines modernen Modellflugsportgeländes erforderlich ist. Über die im Laufe der Jahre gemachten Erfahrungen und dem stufenweisen Ausbau der Energieversorgung soll nun berichtet werden.

Erstausstattung im Sommer 1997

Der Bau der Vereinshütte ist unter der Vorgabe geplant worden, die Belange des Modellflugsports mit den umweltfreundlichen elektrischen Antrieben und den dazu erforderlichen Energiebedarf optimal zu erfüllen. Da die Hütte im Außenbereich liegt, sollte ein alternatives Energiekonzept angestrebt werden jedoch mit Integration des vorhandenen Notstromaggregates mit 1.400W Dauerleistung.

Der Energiebedarf für den Hüttenbetrieb (Alarmanlage, Beleuchtung, Kühlschrank, Telefon, Wasserwerke für Trink- und Brauchwasser), für die Akkus der elektrisch betriebenen Flugmodelle und für den Windenbetrieb musste dazu während der Saison bereit gestellt werden. Für Spätherbst und Winter entfiel der erhebliche Strombedarf des Kühlschrankes und brauchte nicht berücksichtigt werden.

Die regenerative Energieversorgung wurde mit 12V Gleichspannung realisiert. Vier 80W-Solarmodule fest auf dem Dach montiert versorgten die fünf parallel geschalteten 12V/92Ah-Autobatterien, wobei bei Bedarf eine Batterie für den Windenbetrieb abgezogen werden konnte. Eine robuste 240W-Windkraftanlage unterstützt die Stromerzeugung insbesondere während der dunklen Jahreszeit.

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Ein 230V-Netz mit vielen Steckdosen sorgte dafür, dass der Notstrom des Aggregates überall verfügbar war insbesondere auch zum Laden der 12V-Autobatterien, wenn einmal nicht genug alternative Energie zur Verfügung stand. An den sehr beliebten vier 12V-Ladestationen außerhalb der Hütte war Notstrom ebenfalls zusätzlich verfügbar. Da sich bald ein Langzeitbedarf für 230V-Kleinverbraucher entwickelte, wurde ein 400W-Spannungswandler installiert mit einem Netz von entsprechend markierten 230V-Dosen.

Erweiterung im Frühjahr 1999

Der zunehmende 12V-Stromverbrauch der Elektroflieger an den Ladestationen erforderte mehr Strom zum Laden der Autobatterien. Um dazu nicht ständig Notstrom einsetzen zu müssen, wurden vier neue 120W-Solarmodule beschafft und auf das Dach der Hütte montiert. Mit dieser Erweiterung war der Energiebedarf des stark frequentierten Modellflugsportplatzes für viele Jahre abgedeckt, und nur in Ausnahmefällen musste Notstrom eingesetzt werden.

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Erweiterung im Frühjahr und Herbst 2002

Vorbereitend für das 25-jährige Jubiläum des Vereins ist das 230V-Netz im Außenbereich erweitert worden.

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Bedingt durch seine geringe Leistung wurde der alte Wandler noch im gleichen Jahr durch einen neuen Spannungswandler mit 1.300 W Dauerleistung ersetzt.

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Dies führte im folgenden Jahr zu einer professionellen Erweiterung der gesamten Energieversorgung.

Erweiterung im Frühjahr 2003

Die zunehmende 230V-Stromentnahme über den neuen Spannungswandler erzeugte erhebliche Defizite bei der vorhandenen Speicherkapazität (5 mal 92Ah = 460Ah). Daraufhin wurden konsequent Energiesparmaßnahmen umgesetzt insbesondere durch den Kauf eines neuen Kühlschrankes. Da dies nicht ausreichte, sind die alten Autobatterien ersetzt worden durch sechs seriell betriebene zyklenfeste 2V/1.800Ah-Akkus mit einer Gesamtmasse von 528 kg. Der Aufwand für diesen Schritt war erheblich.

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Ein Mikroprozessor gesteuertes System zur Überwachung der Energiebilanzen am neuen Akku sorgte für Transparenz und der Aufdeckung so mancher sinnvoller Energiesparmaßnahme und ermöglicht wichtige Funktionen der Hütte direkt zu steuern.. Weiterhin wurden damit wichtige Werte (Akkuspannung, Akkustrom, Solar-, Wind- und Notstromleistung uvm.) gespeichert und können später mittels Software ausgewertet werden.

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Für den über Netzteil und Akku zu puffernden Windenbetrieb wurden ein spannungsgeregeltes 40A-Schaltnetzteil und zwei 12V/96Ah-Bleiakkus beschafft, die in geladenem Betriebszustand gehalten auch für andere Zwecke ständig verfügbar sind.

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Die bereits seit sechs Jahren im Betrieb befindliche Windkraftanlage ist restauriert worden.

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Ebenso das noch ältere Notstromaggregat.

Die fast gleichen Leistungen von Spannungswandler und Notstromaggregat führten zur Fusion der beiden unterschiedlichen 230V-Netze zu einem Netz mit etwa 60 Steckdosen, in das nur der Spannungswandler einspeiste. In Folge musste dafür gesorgt werden, dass alle 20 Steckdosen im Außenbereich zentral ausgeschaltet werden können. Diese Funktion wurde an den vorhandenen zentralen Schalter für die 12V-Ladestationen gekoppelt.

Erweiterung im Frühjahr 2005

Das Notstromaggregat war schon seit zwei Jahren nicht mehr in Betrieb gewesen und trug nunmehr zu Recht seinen Namen. Dennoch wurden zur Erhöhung der Reserven zwei neue 130W-Solarmodule beschafft und auf das Dach der Hütte montiert, sodass maximal 1.060 W Solarleistung zur Verfügung stehen.

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Bei dieser Auslegung ist vermutlich auch während der dunklen Jahreszeit die Windkraftanlage nicht mehr unbedingt erforderlich.

Erweiterung im Sommer 2010

Bedingt durch den zunehmenden Einsatz von elektrisch betriebenen Hubschraubern und Flächenmodellen nahm der Energieverbrauch zu und machte eine Erweiterung der Energieversorgung erforderlich. Zunächst einmal wurde die Windkraftanlage an zwei Stellen verbessert, um die Stromausbeute zu erhöhen.

Windrad Reparatur am 20.06.2010 Verlängerung des Windrads am 17.07.2010

Ein preiswertes Internet-Angebot von Solarzellen mit insgesamt 2KWp Leistung führte dann zur Erweiterung der Solarleistung von 1KWp auf 3KWp. Dazu wurde die zweite Dachhälfte der Rüsterhütte genutzt, deren Ausrichtung die Gewinnung von Solarstrom nachmittags begünstigt. Drei moderne Solarlader und ein neuer 2,5 KW Wandler rundeten die Energieerweiterung ab

Solarzellenmontage am 25.08.2010 Neuer Wechselrichter am 23.08.2010

Zusammenfassung

Im Laufe der Jahre ist auf dem Gelände des Modellflugsportvereins Lahntal e.V. eine ausgereifte Energieversorgung entstanden, die den aktiven Verein sowohl beim Tagesmodellflugbetrieb als auch an seinen vielen jährlichen Veranstaltungen ausreichend mit Strom versorgt. Die dabei gewonnenen sehr umfangreichen Erfahrungen konnten hier nur zum Teil wiedergegeben werden.

An dieser Stelle möchte ich die Vereinsmitglieder Karlheinz Roth, Stefan Hundler und Martin Glunz nennen, denen wir die ausgereifte Konzeption und die hervorragende Umsetzung des Projektes "Energieversorgung auf der Rüsterschneise" im heutigen Zustand verdanken. Mögen die dabei gewonnenen Erfahrungen dazu beitragen, anderen auf diesem Gebiet ambitionierten Modellflugsportvereinen den Weg zu ebnen.

Kein alternativer Traum:

Wenn heute auf dem Gelände Rüsterschneise des Modellflugsportvereins Lahntal e.V. die Vereinshütten betrieben und überwacht werden, ein kühles Getränk oder heißer Kaffee zur Erfrischung bereit steht, ein Segelflugmodell mit der Winde aufgelassen und anschließend von der Thermik emporgetragen wird oder sich ein elektrisch angetriebenes Modell kraftvoll durch den Luftraum bewegt, so ist in jedem Fall die Sonne die treibende Kraft.

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 29. Juni 2011 um 19:12 Uhr  

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